Der Schulgemeinschaftsausschuss (SGA)

In den mittleren und höheren Schulen, den Berufsschulen und den Polytechnischen Lehrgängen ist zur Förderung und Festigung der Schulgemeinschaft ein Schulgemeinschaftsausschuss zu bilden. Geregelt ist der SGA im § 64 Schulunterrichtsgesetz.

Mitglieder des SGA

Dem Schulgemeinschaftsausschuss gehören der Schulleiter und je drei Vertreter der Lehrer, Schüler und Erziehungsberechtigten an. Die drei Stellvertreter können zu den Sitzungen eingeladen werden, sie haben dort das Recht an der Diskussion teilzunehmen, das Stimmrecht haben aber nur drei Vertreter jeder Gruppe.
Bei Verhinderung eines Mitgliedes hat dieses von den Stellvertretern seinen Vertreter zu bestimmen; ist das nicht möglich, hat das älteste anwesende Mitglied der betreffenden Gruppe den Vertreter zu bestimmen.

Einberufung des SGA

Der Schulgemeinschaftsausschuss muss mindestens 2 Sitzungen im Jahr abhalten; die erste innerhalb von zwei Wochen nach der Wahl der Lehrer-, Schüler- und Elternvertreter.
Der Schulleiter muss den SGA 14 Tage vor dem Sitzungstermin einberufen, wenn eine Entscheidung erforderlich ist oder eine Beratung zweckmäßig erscheint. Eine kürzere Einberufungsfrist ist in diesem Fall nur möglich, wenn alle Mitglieder zustimmen.
Wenn ein Drittel der Mitglieder des SGA eine Sitzung verlangt und gleichzeitig einen Antrag auf Behandlung einer dem SGA zustehenden Angelegenheit einbringt, muss der Schulleiter die Sitzung innerhalb von einer Woche einberufen.

Wahl der Elternvertreter

Besteht an einer Schule ein Elternverein im Sinne des § 63, so sind die Vertreter der Erziehungsberechtigten von diesem zu entsenden. Sie sollten aufgrund eines Wahlvorschlages, den der Elternverein erstellt, in der Hauptversammlung des Elternvereins gewählt werden.

Befugnisse des SGA

Dem SGA obliegen Entscheidungen auf Basis der jeweiligen SchUG Paragrafen unter anderem über
  • mehrtägige Schulveranstaltungen
  • die Erklärung einer Veranstaltung zu einer schulbezogenen Veranstaltung,
  • die Durchführung (einschließlich der Terminfestlegung) von Elternsprechtagen,
  • die Hausordnung,
  • die Bewilligung zur Durchführung von Sammlungen,
  • die Bewilligung zur Organisierung der Teilnahme von Schülern an Veranstaltungen,
  • die Durchführung von Veranstaltungen betreffend die Schulgesundheitspflege,
  • Vorhaben, die der Mitgestaltung des Schullebens dienen,
  • die Erlassung schulautonomer Lehrplanbestimmungen ,
  • die schulautonome Festlegung von Eröffnungs- und Teilungszahlen,
  • schulautonome Schulzeitregelungen,
  • die Erstellung von Richtlinien über die Wiederverwendung von Schulbüchern,
  • Kooperationen mit Schulen oder außerschulischen Einrichtungen;
  • u.a.m.


  • Weiters berät der SGA über
  • wichtige Fragen des Unterrichts
  • wichtige Fragen der Erziehung
  • die Wahl von Unterrichtsmitteln,
  • die Verwendung von Budgetmitteln, die der Schule zur Verwaltung übertragen wurden
  • Baumaßnahmen im Bereich der Schule


  • Rechte der Elternvertreter des SGA

    Elternvertreter haben das Recht zur Teilnahme an allen Konferenzen, mit Ausnahme jener, welche ausschließlich die Leistungsbeurteilung, die Aufstiegsberechtigung einzelner Schüler und Schülerinnen, dienstrechtliche Angelegenheiten der Lehrer oder die Wahl von Lehrervertretern zum Inhalt haben.
    Bei pädagogischen Konferenzen, sowie Eröffnungs- und Schlusskonferenzen, haben die Eltern- und Schülervertreter des SGA ein Beratungs- und Diskussionsrecht.
    Bei Konferenzen ("Disziplinarkonferenz") zur Androhung des Antrages auf Ausschluss, bei Antragstellung auf Ausschluss eines Schülers sowie Schulbuchkonferenzen haben die Eltern- und Schülervertreter des SGA das Stimmrecht (je 3 Stimmen Eltern und Schüler, je 1 Stimme pro Lehrer der Schule).

    Was Elternvertreterinnen und -vertreter im SGA wissen sollten

    Die gewählten Elternvertreter des SGA sind "Organe" der Schule und daher an den Instanzenweg gebunden (Schulstandort — Stadtschulrat — Ministerium).
    Für den SGA als beratendes und als entscheidendes Organ gelten die gleichen Vorschriften wie für sonstige behördliche Organe. Die Mitglieder des SGA unterliegen daher sowohl der Amtsverschwiegenheit als auch der Verantwortung für ihre Entscheidungen. Da es sich um ein Kollegialorgan handelt, haften für die Entscheidungen jeweils jene Personen, die für den zustande gekommenen Beschluss gestimmt haben.
    Die Tagesordnung sollte gemeinsam von allen Schulpartnern im Einvernehmen mit der Direktion erstellt werden.
    Steht ein Antrag zur Abstimmung, gibt es keine Stimmenthaltung!
    Der SGA verfügt über keine finanziellen Mittel. Finanzielle Wünsche können von den Elternvertretern an den Elternverein weitergegeben werden.
    Jedes bei einer Sitzung verhinderte Mitglied sollte unbedingt selbst rechtzeitig für einen Stellvertreter sorgen! Ist das nicht möglich, hat das älteste nicht verhinderte Mitglied der betroffenen Gruppe den Vertreter zu bestimmen (siehe Mitglieder des SGA).
    Um eine optimale Organisation der Interessensvertretung sowohl der Eltern, als auch der Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, ist es sinnvoll, die Agenden des Elternvereins mit denen des Schulgemeinschaftsausschusses zu koordinieren. Die vom Elternverein in den SGA entsandten Eltern sollten sich dort auch als Interessensvertreter des Elternvereins verstehen. Umgekehrt sollen sie aber auch die Interessen der Schulgemeinschaft im Elternverein vertreten.